Der Frühling in der TCM aus schlammbuddhistischer Sicht

Seit dem 13.02. ist er nun da. Der Frühling. Der chinesische Kalender teilt das Jahr ganz anders auf als wir es hier tun.... moment... teilen wir es denn überhaupt auf ?

Klar sind da die Jahreszeiten...aber leben wir auch danach? Würden wir das tatsächlich tun, so wäre die Weihnachtszeit (Ohne Corona) ziemlich pervers, oder?

Nun ja anderes Thema. Der Frühling läutet den Jahresbeginn ein. Ein neues Jahr voll von Chancen und neuen Ideen und Veränderungen. Wie geht es einem denn damit?

Im Frühling beginnt das Leben und alles wächst...doch woraus? Wie soll denn Neues entstehen wenn wir nichts gesäht haben? Der Acker unseres Lebens nur benutzt und nicht gepflegt wird? Klar haben wir dafür ja auch keine Zeit aber was wenn das alles, was für uns so wichtig ist in Wahrheit gar nicht zählt? Lebenspflege und gute Vorsätze brennen so sehr schnell durch... 

Als Schlammzonenbuddhist lebe ich hier im Westen. Mittendrin und umgeben von den Geistesgiften und begleitet von all meinen Dämonen. Aber ohne Schlamm keine Lotusblüte...hat mein Meister mir gesagt. Ich glaube ihm. In der TCM steht der Frühling in der Wandlungsphase Holz. Holz kann sehr trocken sein. Dann brennt es gut aber eben auch schnell. Es ist brüchig und von Flexibilität kann keine Rede sein. Ich fühle mich oft so. Hat man aber vorher in der Wasserzeit achtsam gelebt, so ist da Holz frisch, flexibel und voller Kraft. Auf der Gefühlsebene hat das Holz die Wut, den Stress aber auch die Kraft alles zu tun. Setzt man sich mit der TCM richtig auseinander, so merkt man, dass es sehr komplex zu sein scheint. Wie das Leben. Sie scheint auch geprägt vom savoir vivre.

Wie soll man denn jetzt richtig leben? Im Einklang mit den Jahreszeiten und all dem anderen?

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. So heißt es doch. Somit auch dem Jahresanfang. Wenn ich jetzt zaubern könnte... was würde ich damit anstellen??? Wie sähe mein Leben aus? und was würde ich denn damit sähen? Was wären die Früchte? Was die anderen denken, könnte mir ja dann egal sein oder? hmmm so viel Schlamm schon wieder und wie komme ich jetzt zu dieser Blüte? Geduld? Zeit? Na prima. Habe ich erwähnt , dass ich sehr gut darin bin all das nicht zu können? Ja ich kann ruhig sein, aber nicht wenn ich wütend bin und auch nicht weiß warum. Ich kann meditieren, aber schlecht wenn ich es brauche... Ich kann flexibel sein, wenn ich nicht gerade denke in irgendetwas gefangen zu sein und irgendeiner Erwartung entsprechen zu müssen... ach doch alles sch....

Was hatte da Bruce Lee gesagt? Wissen alleine reicht nicht, man muss es anwenden.

Ok Ok... Mal angenommen ich könne wirklich neu anfangen...jeden Tag (und natürlich auch jedes Jahr)... dann wäre der ganze Schlamm ja mein Wegweiser und DIE Möglichkeit es jeden Tag einfach mal anders zu machen, würde mich wie eine Rakete aus dem Schlamm zur Oberfläche bringen.  Toller Gedanke. Was hält mich davon ab? Wie ist denn meine Holzenergie beschaffen? Spröde und hart und brüchig? Kraftvoll, grün und frisch? 

Wenn ich jetzt alles aufbaue, von dem ich dann die Früchte ernten will, dann macht alles Sinn.

Diese ganze Achtsamkeit jeden Tag, dieses Lebe jeden Tag als wäre es dein Letzter, usw.

Alles entsteht, und vergeht. Alles und immer. Jede Situation, jeder Gedanke. Nichts existiert nur aus sich selbst heraus. Alles wurde gesäht... Alles hat eine Ursache und eine Wirkung.

So gesehen ist der Jahresbeginn wirklich wie Zauberei. 

 

shifu Alex out.